Rückschlagventil

Rückschlagventil:
allgemeine Informationen

Ein Rückschlagventil ist ein Ventil, das die Strömung des durchströmenden Mediums in lediglich eine Richtung zulässt. Das Medium ist in den meisten Anwendungen durch ein Fluid, eine Hydraulikflüssigkeit oder Gas gegeben. In federbelasteten Rückschlagventilen befindet sich ein sogenanntes Schießelement, welches durch eine Feder geschlossen wird. Währenddessen strömt in der anderen Richtung des Schließelementes das freigegebene Fluid. Dieser Mechanismus wird durch das Drücken einer Kugel, einer Klappe, einer Membran oder eines Kegels in den entsprechenden Sitz ausgelöst. Das jeweilige dichtende Element wird von seinem Sitz abgehoben und damit der Durchfluss frei, wenn ein Druck in der Durchlassrichtung ansteht, welcher die Gegenkraft der Rückstell-Feder übersteigt.

Kugelrückschlagventil:

In einem Kugelrückschlagventil stellt eine Kugel das schließende Element dar. Die Kugel schließt das Ventil durch das Drücken der Kugel in eine Verengung. In vielen Fällen wird das Schließelement durch die Schwerkraft oder durch eine Feder in die Verengung des Ventils gedrückt. Ist der Durchgang verschlossen, kann das Medium nicht mehr hindurchströmen. Strömt das Medium entgegen der Schwerkraft von unten oder entgegen der Feder auf die Kugel und dabei die Kraft auf die Kugel durch das Medium größer ist als die Kraft der Feder, ist das Medium wieder freigegeben und kann das Ventil durchströmen. Damit dieser Mechanismus funktioniert, müssen solche Kugelrückschlagventile in der gesperrten Richtung hermetisch dicht sein.

Entsperrbares Rückschlagventil:

Diese erweiterte Ausführung eines Rückschlagventils kann mithilfe eines Steuersignals ebenso in der gesperrten Fließrichtung geöffnet werden. So kann das Medium das Ventil in beide Richtungen durchfließen. Der große Vorteil gegenüber einem konventionellen Wegeventil ist hierbei, dass das entsperrbare Rückschlagventil in der gesperrten Stellung vollständig dicht ist. Somit können auf dieser Seite Lasten wie beispielsweise Zylinder gehalten werden. Dieses Ventil findet in jedem hydraulischen Wagenheber Anwendung. Bei dem Wagenheber hält das entsperrbare Rückschlagventil die aufliegende Last, ohne dass der Kolben des Hydrauliksystems herunterfällt.

Teilerückschlagventil und Konvektionssperre:

Eine Feder sorgt bei einem Teilerückschlagventil für die benötigte Rückstellkraft. Der Körper, mit welchem der Durchfluss verhindert wird, ist in Form eines Tellers oder flachen Platte ausgeführt. Die Führung des Rückschlagkörpers wird ein Bolzen oder ein Stift verwendet. Einfache Anwendungen eines Teilerückschlagventils sind Fahrradventile oder die Ventile an Autoreifen.
Eine Konvektionssperre ist auch als Konvektionsbremse oder Schwerkraftbremse bekannt. Diese Anwendungen sind lediglich eine Sonderform des Teilerückschlagventils. Eine Konvektionssperre wird in einer thermischen Solaranlage verwendet. Dort verhindert sie unerwünschte freie Konvektion in der Solaranlage und somit Wärmeverluste bei ausbleibender Sonneneinstrahlung oder in abgestellten Teilen der Anlage. Rückschlagventile sind so ausgelegt, dass sie nicht vollständig dicht entgegen der Flussrichtung sind. So ist ein Volumenausgleich beim Abkühlen ermöglicht und die Gasblasen können das Ventil passieren.

Rückschlagklappe eines Rückschlagventils:

Einfache, eigengewichtgesteuerte Rückschlagklappen werden für mittlere Nennweiten, flüssige Medien und Druckstufen bis zu 600 bar verwendet. Gefertigt werden sie mit Anschweiß- oder Flanschenden aus Stahlguss, Gusseisen oder geschmiedetem Stahl. Zu finden ist eine Rückschlagklappe zum Beispiel an dem Anschluss eines Hauses zur Kanalisation. Diese Klappe verhindert das Eintreten des Schmutzwassers in die Abwasserleitungen des Hauses, sollte das Niveau der Abwässer im Kanal durch beispielsweise einen Wolkenbruch extrem ansteigen. Ebenso im Haus werden Rückschlagklappen im Heizungsvorlauf zur Verhinderung des Warmwasserrückstromes verwendet.