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Ein Hydraulikmotor sorgt für Kraft und Kontrolle

Der Hydraulikmotor ist das zentrale Bauteil in einer hydraulischen Schaltung. Die Wandlung von hydraulischem Druck in Bewegungsenergie ist die wichtigste Aufgabe in einem hydraulischen System. Der Motor gehört damit zu den „Aktoren“, also den Bauteilen, die eine „Aktion“ durchführen.

Der Hydraulikmotor besitze eine Aufgabe, aber bietet zwei Lösungen

Ein hydraulischer Motor wandelt hydraulischen Druck in Bewegung um. An dieser Stelle wird in genau einer linearen und einer radialen von Bewegungen unterschieden und entsprechend unterschiedliche Lösungen angeboten.

Lineare Bewegung mit einem Hydraulikmotor

Die lineare Bewegung umfasst alle Bewegungen, die entlang einer geraden Strecke verlaufen sollen. Der Aktor heißt entsprechend „hydraulischer Linearmotor“. Dies sind die bekannten Hydraulikzylinder, in denen ein Kolben durch hydraulischen Druck aus einer Buchse ausgefahren wird. Linearmotoren lassen sich primär in zwei Bauweisen unterscheiden:

  • einfachwirkende Hydraulikzylinder
  • doppeltwirkende Hydraulikzylinder.

Einfach wirkende Hydraulikzylinder können nur ausfahren, jedoch nicht wieder selbstständig einfahren. Sie werden überall dort eingesetzt, wo eine äußere Kraft zur Verfügung steht, um den Linearmotor wieder in die Ausgangslage zurückzufahren. Ein typisches Beispiel sind hydraulische Kräne, Wagenheber oder Getriebeheber. Hier übernimmt die Schwerkraft die Aufgabe, den Zylinder nach der hydraulischen Entlastung wieder zusammen zu schieben.

Doppeltwirkende Zylinder haben einen zweiten hydraulischen Eingang. In diesem kann das hydraulische Medium umgeleitet werden. Dieses schiebt den Kolben des Linearmotors wieder in seine Endlage zurück. Doppeltwirkende Hydraulikzylinder werden deshalb überall dort eingesetzt, wo keine äußere Kraft für die Rückstellung zur Verfügung steht.

Kraftvolle Drehbewegung mit Radialmotoren

So einfach ein hydraulischer Linearmotor aufgebaut ist, so komplex wird es, wenn eine Drehbewegung, vor allem eine kontinuierliche Rotation mit hydraulischem Druck erreicht werden soll. Bei den Radialmotoren kommt hinzu, dass sie, wie immer in der Hydraulik, primär zum Aufbringen großer Kräfte (im Fall von Radialbewegungen sind das die Drehmomente) und nicht zum Erreichen hoher Geschwindigkeiten dienen sollen. Das macht die Konstruktion von hydraulischen Radialmotoren schwieriger.

Die umgekehrte Aufgabenstellung ist die Bereitstellung von hydraulischem Druck durch eine äußere radiale Bewegung. Hier bietet die Industrie eine Vielzahl an Lösungen an. Die Herstellung einer technisch nutzbaren radialen Bewegung durch hydraulischen Druck ist hingegen schwieriger. Wo einfache Zahnradmotoren nicht das gewünschte Drehmoment bereitstellen können, da kommen technisch komplexe Linear- oder Radialkolbenmotoren zum Einsatz. Dort, wo nur ein Kreisbogen hydraulisch ausgeführt werden soll, entscheidet man sich häufig zu Kompromissen. Dazu dienen Linearmotoren, die beim Ausfahren durch ein geschicktes Hebel- und Umlenksystem die gewünschte teilradiale Bewegung ausführen können. Soll aber die Kreisbewegung kontinuierlich sein, bleibt es bei den beschriebenen Lösungen. Diese finden sich beispielsweise in besonders schweren Fahrzeugen wie Panzer, Mobilkränen, Umschlagsmaschinen, Raupen und anderem Arbeitsgerät.