Hydraulikflüssigkeit als zentrales Element zur Druckübertragung

Die Hydraulikflüssigkeit ist das zentrale Element, welches hydraulische Anlagen erst möglich macht. Die wesentliche Eigenschaft von Flüssigkeiten ist es ganz allgemein, dass sie inkompressibel sind. Ein beaufschlagter Druck wird von dem Medium daher quasi ohne Verlust an jeden Punkt des Systems weiter gegeben. Dies ist der wesentliche Unterschied zur ähnlich funktionierenden Pneumatik: Hier wird die Kraft über kompressible Gase weiter gegeben. Hydraulische und pneumatische Systeme ähneln sich daher, sind jedoch vom Grundsatz her völlig verschieden. Theoretisch würde ein hydraulisches System daher auch mit Wasser funktionieren. In der Praxis muss die Hydraulikflüssigkeit aber zahlreiche Anforderungen erfüllen, bei denen das Wasser als Medium ungeeignet wird.

Anforderungen an die Hydraulikflüssigkeit

Hydraulische Systeme können hohe Temperaturen entwickeln. Sie bewegen hoch belastete Bauteile. Auf der Innenseite von hydraulischen Leitungen und Aggregaten liegt in der Regel nur das blanke Metall vor. Jegliche Art von Beschichtung ist immer eine Gefahr von Abrasion und Partikelbildung. Diese grundlegenden Eigenschaften von hydraulischen Systemen legen eine Reihe von Anforderungen fest, welche eine Hydraulikflüssigkeit erfüllen muss:

  • Hoher Siedepunkt
  • Schmierende Eigenschaften
  • möglichst partikelfrei
  • Unempfindlich bei hohen Temperaturen
  • Korrosionsschutz
  • Kavitation vorbeugend

Hydraulikflüssigkeiten im Einsatz

Der hohe Siedepunkt soll bei einer Hydraulikflüssigkeit einer Dampfblasenbildung vorbeugen. Eine Dampfblase ist wieder ein gasförmiges Medium, welches sich komprimieren lässt. Dampfblasen stören hydraulische Systeme ganz erheblich und können zu gefährlichen Situationen führen. Ein typisches Beispiel ist dazu eine versagende Bremsanlage an einem Auto, wenn die Bremsflüssigkeit einen zu hohen Wassergehalt aufweist. Die Hydraulikflüssigkeit versorgt auch bewegliche Bauteile wie Linearmotoren, Pumpen oder Ventile mit der erforderlichen Schmierung. Das reduziert die Abrasion und verlängert die Lebensdauer dieser Bauteile. Außerdem beugt es der Partikelbildung vor. Die Temperaturfestigkeit von einer Hydraulikflüssigkeit soll Verkokungen vorbeugen. Die Hydraulikflüssigkeit verhindert einen Luftkontakt an der Innenwandung von hydraulischen Systemen und beugt damit einer Korrosion vor. Schließlich ist eine vorbeugende Hemmung von Kavitationen ein wesentlicher Beitrag zur Lebensdauer eines hydraulischen Systems. Dieses extrem zerstörerische Phänomen ist beim Auslegen von leistungsstarken Hydraulikanlagen stets eine große Herausforderung. Mit der Wahl einer geeigneten Hydraulikflüssigkeit kann dieses Phänomen in seiner Wirkung abgemildert werden.

Handling von Hydraulikflüssigkeit

Die Hydraulikflüssigkeit bietet zwar die erforderlichen Eigenschaften. Um diese aber aufrecht zu erhalten, muss je nach Größe des hydraulischen Systems, ihre Funktion unterstützt werden. Typische Bauteile, welche die Funktion der Hydraulikflüssigkeit unterstützen sind folgende:

  • Filter
  • Kühler
  • Probenventile

Die Filter separieren ständig die Mikropartikel aus den Strom des Hydraulikmediums heraus. Sie können dann keine weitere Abrasion an der Innenwandung vornehmen. Kühler sorgen dafür, dass die Temperatur vom hydraulischen Medium stets unterhalb seines Siedepunkts bleibt. Mit Hilfe von Probenventilen kann der Betreiber jederzeit die Qualität der Hydraulikflüssigkeit überprüfen.

Typen von Hydraulikflüssigkeiten

Als Hydraulikflüssigkeit haben sich Mineralöle durchgesetzt, die durch den Zusatz bestimmter Additive in ihren Eigenschaften optimiert wurden. Eine große Ausnahme stellt dabei die Bremsflüssigkeit. Hier werden vorwiegend Glykol oder Silikon haltige Medien verwendet, da sie sich für Fahrzeuge als vorteilhafter erwiesen hat.